Du hast dann doch wieder Fleisch für das Abendessen gekauft, obwohl du weißt, dass wir alle zu viel davon essen und dabei nicht nur unserer Gesundheit schaden, sondern auch wesentlich zum Klimawandel beitragen? Warum eigentlich? Vielleicht einfach deshalb, weil die Verpackung grün war.
Werbetrick eins: Die Farbe Grün
Die Fleischindustrie baut ihre Werbung vor allem auf sogenannten kulturellen Codes auf. Sie prägen die Bedeutungen, die wir Dingen, Ideen oder Farben beimessen und sind oft tief in unserem Unterbewusstsein verankert. Grün zum Beispiel steht für Gesundheit, Umweltbewusstsein und Glück. Ohne dass du es bemerkt hast, könnte dir die Verpackung also „ich bin gut für dich“ signalisiert haben.
Werbetrick zwei: Echte Männer brauchen Fleisch
Männer haben in Jahrzehntausenden der Menschheitsgeschichte nie dermaßen viel Fleisch gegessen, wie sie es heute tun. Dennoch setzt die Fleischindustrie ebenso beharrlich wie subtil auf diesen Mythos, den sie selbst in die Welt gesetzt hat. Vielleicht hast du schon bemerkt, dass sie vor allem mit Männern wirbt, die genüsslich in Burger beißen. Sie suggeriert damit, dass Männer ihre Männlichkeit aus Fleisch beziehen. Viele Männer sind deshalb überzeugt, sie bräuchten jeden Tag mindestens ein deftiges Stück Fleisch, um männlich und potent zu bleiben. Das ist schlimmer Unfug, wie inzwischen hinlänglich bekannt ist, nicht zuletzt durch Veganer im Spitzensport wie Novak Djokovic. Doch der Trick funktioniert nach wie vor.
Werbetrick drei. Mit Fleisch gehörst du dazu
Auch das ist ein Mythos, den die Fleischindustrie beharrlich bedient und benützt. Sie spielt konsequent mit dem tiefen Wunsch der Menschen nach Zugehörigkeit. Zum Beispiel, indem sie auf ihren Werbesujets Menschen verschiedenster Ethnien, Altersgruppen und Geschlechter zeigt, die bei Grillpartys gemeinsam feiern, lachen und zwanglos miteinander auskommen. All das ermöglicht durch Fleisch am Grill, das sie verbindet und Disharmonien aus der Welt schafft. Auch das ist blanker Unfug. Schon in der Steinzeit sind Menschen abends eher bei dem zusammengesessen, was sie tagsüber an Früchten, Beeren und Pilzen gesammelt haben, als bei Fleisch, das sie nur ab und zu einmal erjagen konnten. Wer kein Fleisch isst, ist in jeder modernen Gemeinschaft genauso willkommen und wenn schon jemand Communities bildet und ein Zugehörigkeitsgefühl schafft, dann sind das eher Vegetarier und Veganer als Fleischesser. Trotzdem funktioniert auch dieser Mythos weiter, und, mal ehrlich, manchmal sogar bei uns selbst. Marie Moser
Hinterlasse einen Kommentar