Die Meinungen über Vitaminpräparate, auch die wissenschaftlichen, gehen auseinander. Ersetzen wir einfach, was uns fehlt, sagen die einen. Der Mensch ist kein Chemiekasten und außerdem fehlt uns angesichts des breiten Nahrungsmittelangebotes nichts, die anderen.
Noch etwas komplizierter ist die Diskussion beim Vitamin D, zumal wir es nicht nur über Nahrungsmittel wie fettreiche Fische (Makrele, Lachs oder Hering), Leber, Innereien oder Eier sowie Avocados, Champignons und Pfifferlingen aufnehmen, sondern auch über Sonnenlicht, das auf unsere Haut trifft. Besonders Menschen, die wenig draußen sind, können deshalb im Winter Mangelerscheinungen haben, was unter anderem schlecht für die Kochen und fürs Gemüt ist: Osteoporose und Depressionen können die Folge sein.
Besser geschützt vor Knochenbrüchen
Aber wie ist das nun wirklich? Bieten Extrakte Ersatz oder scheiden wir das in Pillenform aufgenommene Vitamin D mangels Bioverfügbarkeit einfach wieder aus? Prof. Dr. Rudolf Likar verweist dazu in seinem Buch Bereit für das nächste Mal – Wie wir unser Gesundheitssystem ändern müssen auf eine interessante Beobachtung, die das Landesklinikum Klagenfurt und Wolfsberg gemacht hat. Likar wirkt dort als Vorstand der Abteilung für Anästhesiologie, allgemeine Intensivmedizin, Notfallmedizin, interdisziplinäre Schmerztherapie und Palliativmedizin.
Bei einer 2018 durchgeführten Untersuchung von 172 älteren Patienten mit sogenannter hüftnaher Fraktur, also einem Oberschenkelhalsbruch, hatten 117 einen ausgeprägten Vitamin-D-Mangel. Das sind 68 Prozent oder sieben von zehn. Von jenen Patienten, die vor dem Bruch regelmäßig Vitamin D eingenommen hatten, hatten nur zehn Prozent einen Mangel. Und alle Patienten, die ausreichend Vitamin D zu sich nahmen oder es während ihres Krankenhausaufenthaltes erhielten, zeigten deutlich bessere Ergebnisse hinsichtlich ihrer Mobilität. Sie konnten nach dem Bruch schneller wieder gehen. „Es macht also jedenfalls Sinn, vor allem zur dunklen Jahreszeit regelmäßig Vitamin D einzunehmen“, schlussfolgert Likar.
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