Streptococcus mutans ist ein grampositives, fakultativ anaerobes Bakterium aus der Gruppe der Viridans-Streptokokken. Nein, Scherz! Ich will dich nicht mit Wissenschaft nerven. Das stimmt zwar so, aber worum es hier eigentlich geht, ist: Mikroorganismen in deinem Mund, die Karies erzeugen können, ernähren sich wie das genannte Bakterium von Zucker. Weshalb du, wenn du sie mit herkömmlichen zuckerhaltigen Kaugummis fütterst, so ihre Vermehrung begünstigst und damit deinen Zähnen schadest.
Ersetzen statt verzichten
Zum Glück ist hier einmal nicht Verzicht das Gebot der Stunde. Denn in Apotheken und gut sortierten Drogerien findest du Kaugummis verschiedener Hersteller, die auch ohne Zucker süß sind und ein paar weitere Vorteile haben. Wenn du dir also das nächste Mal Aspirin kaufst oder das Medikament abholst, das dir dein Arzt verschrieben hat, frag die freundlichen Frauen und Männer in den weißen Mänteln nach Kaugummi mit Xylit.
Natürlicher Wirkstoff aus der Birkenrinde
Xylit ist ein Zuckerersatzstoff, der aus der Birkenrinde stammt. Seine Süßkraft ist annähernd gleich wie die von herkömmlichem Zucker. Bloß hat er dem Streptococcus mutans und all den anderen kariogenen Bösewichten in deinem Mund nichts zu bieten und hungert sie aus.
Wie gesagt ist das nicht der einzige Vorteil von Xylit-Kaugummis. Sie haben auch reinigende Kraft. Wenn du sie kaust, tust du etwas gegen Zahnfleischentzündungen und vor allem Karies, weil Xylit plaquereduzierend wirkt. Plaque ist jener Biofilm aus Mikroorganismen, der überall dort entsteht, wo wir schlampig putzen und der die Quelle vieler Übel ist.
Kaugummi kauen hat noch einen Vorteil. Es fördert die Speichelsekretion. Je mehr Speichel, desto besser, denn er hat gute Eigenschaften. Stark verkürzt gesagt erhöht er den pH-Wert im Mund. Das Milieu im Mund wird basischer. Kaugummi kauen kann also schädliche Säuren neutralisieren und so auch Stellen, die diese Säuren bereits demineralisiert haben, wieder remineralisieren. Ganz einfach indem der dabei zusätzlich entstehende Speichel mehr Kalzium- und Phosphationen, die aus der Zahnoberfläche bereits verschwunden sind, zwischen den Mahlzeiten wieder einlagert.
Fazit: Nicht alles, was wir lieben, ist automatisch ungesund. Manchmal müssen wir nur ein bisschen nachdenken, bevor wir es uns holen. Den richtigen Kaugummi nach dem Essen zu kauen, sorgt nicht nur für frischen Atem, sondern auch für gesunde Zähne.
Dalia Hussein hat Zahnmedizin studiert und sich auf ayurvedische Heilmethoden spezialisiert. Sie ist Tochter eines Zahnarztes und lebt in Wien. In dieser Kolumne berichtet sie regelmäßig Nützliches aus ihrem Fach.
Ein sehr interessanter Beitrag. Ganz einfach im Alltag anwendbar die Tipps der jungen Zahnärztin. Ich freue mich schon auf die kommenden Beiträge und wünsche ihr weiterhin gutes Gelingen.
Mit freundlichen Grüßen
Milani