Erfolg, Status, Familie, Kinder, Haus, darum vor allem geht es uns, wenn wir jung sind. Doch unsere großen Ziele ändern sich im Laufe unseres Lebens, und meistens merken wir es gar nicht. Forscher der Universität Basel haben nun in einer mehrjährigen Studie dokumentiert, wie sich unsere Ziele im Laufe unseres Lebens ändern, oft ohne dass wir selbst es merken.

Den Jungen fehlt die Weisheit

Interessanterweise hat das Erreichte im fortgeschrittenen Alter nicht die große Bedeutung für uns. Wir haben erkannt, dass uns Erfolg und Status am Ende nicht glücklicher machen. Es geht uns jetzt eher darum, unser Wissen an die nächste Generation weiterzugeben. Darauf scheinen wir programmiert zu sein, von einer Evolutionsgeschichte, in der genau darin die einzige Chance der Menschheit zu lernen lag. Denn Medien, schon gar nicht soziale, gab es die meiste Zeit über nicht. Es gab nur das Lagerfeuer, an dem die Alten erzählten.

Bedürfnisse ändern dich

Zudem passen wir unsere Ziele an unsere Möglichkeiten an. Während wir in jungen Jahren auf einen Halbmarathon hintrainieren, ist es uns später wichtiger, einen ausgiebigen Spaziergang bewältigen zu können. Der Wunsch nach Höchstleistungen verblasst, der Wunsch, so lange wie möglich agil zu bleiben, rückt in den Vordergrund. Wir freuen uns nun auch über kleinere Erfolge im Alltag und sind leichter zufrieden mit dem, was wir haben. Was eine der schönen Seiten des Alters ist.

Sich Ziele setzen ist gut, aber nur, wenn du diesen Fehler nicht begehst

Bevor wir uns überhaupt Ziele setzen, müssen zwei Grundbedürfnisse gedeckt sein, sagt Studien-Co-Autorin Larissa Bühler, Sicherheit und Nahrung. Solange du hungerst oder dich etwas bedroht, hast du wenig Lust auf den großen Durchbruch und auch Ziele, wie die große Liebe zu finden, treten in den Hintergrund. Die vielleicht wichtigste Botschaft der Studie lautet aber: Ziele sind gut, aber sei nicht zu verbissen. Das Leben bietet genug Möglichkeiten, sie auch einmal im Vorbeigehen zu erreichen.